Die Unternehmen lassen sich dabei in zwei Gruppen unterteilen: diejenigen, die unbedingt Blockchain einsetzen möchten, nach dem Motto „egal was, Hauptsache mit Blockchain“ und die anderen, die das Thema Blockchain bereits als „außerirdisch“ eingestuft haben. Die zweite Gruppe sind Unternehmen, die das Thema Blockchain abschreckt, die ihre IT als Dienstleistung beziehen und diese nur als eine Notwendigkeit auf dem steinigen Weg zur Digitalisierung sehen. Das stark hochgepushte Thema ist für sie scheinbar nur etwas für IT-Experten und ein Mehrwert für das eigene Unternehmen lässt sich ebenfalls nicht erkennen.

Die Blockchain-Technologie ist weit mehr als nur eine digitale Währung, wie Bitcoin

Die Technologie wurde bereits wesentlich weiterentwickelt und wird aktuell in zahlreichen Anwendungsfällen eingesetzt.

Die Innovation der Blockchain-Technologie liegt in ihrer erfolgreichen Zusammensetzung aus bereits vorhandenen Ansätzen: dezentrale Netzwerke, Kryptographie, Konsensfindungsmodelle. Durch das innovative Konzept wird ein Werte-Austausch in einem dezentralen System möglich. Dabei wird kein Vertrauen zwischen den einzelnen Kommunikationspartnern vorausgesetzt. Das heißt, dass das Konzept jegliche Vermittler in einem System überflüssig macht.

Unternehmen müssen sich fragen: was ist der Anwendungszweck?

Bevor sich Unternehmen für diese Technologie entscheiden, wird empfohlen, zunächst ein klares Ziel für den geplanten Anwendungszweck zu definieren, das zudem mit einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis erreicht werden kann. Dabei sind sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen der Blockchain-Technologie zu beachten.

Unabhängig davon, mit welchem Ziel oder in welchem Ausmaß die Blockchain-Technologie eingeführt wird, ist es entscheidend, deren Struktur und Funktionsweise genau zu verstehen. Dabei sind folgende Aspekte zu beachten:

  • Die Werte müssen definiert werden, die im neuen System zwischen den Kommunikationspartnern ausgetauscht werden sollen. Diese lassen sich im Normalfall von einem vordefinierten Anwendungsfall ableiten.
  • Die Berechtigungen der Nutzer sind festzulegen: Sollen alle Nutzer gleiche Rechte haben und somit ein dezentrales System bilden, oder darf nur ein Teil der Nutzer, der vom Unternehmen festgelegt ist, die Historie der Blockchain ansehen sowie im Konsensfindungsprozess (z. B. die Blockchain fortschreiben) mitwirken? Zu unterscheiden ist dabei zwischen einer öffentlichen, Konsortium- und privaten Blockchain.
  • Davon ausgehend wird entschieden, ob eine bereits existierende Blockchain (z. B. Bitcoin oder Ethereum) als Basis für ein neues System verwendet oder eine neue Blockchain entwickelt wird.

Hype oder nachhaltige Zukunftschance?

Trotz der vielen Entwicklungen steckt die Blockchain-Technologie noch immer in Kinderschuhen. Unausgereifte und technologieübergreifende Standards sowie die fehlende Interoperabilität zwischen den unterschiedlichen Blockchain-Anwendungen verursachen Risiken bei der praktischen Umsetzung der Technologie und bremsen deren weitere Verbreitung aus.

Große Unternehmen sowie Startups schließen sich seit einiger Zeit zu Gemeinschaften zusammen, um für die Verbesserung der Blockchain-Technologie und die Weiterentwicklung der Standards zu sorgen. Durch diese Unterstützung sowie durch Bemühungen auf nationaler Ebene besteht die Chance, dass die Blockchain kein Hype bleibt, sondern eine übergreifende und nachhaltige Technologie wird.

Von Tatiana Gayvoronskaya, Hasso-Plattner-Institut

Quelle:

[Technischer Bericht] – Christoph  Meinel, Tatiana Gayvoronskaya, Maxim Schnjakin – Blockchain: Hype oder Innovation, Universitätsverlag Potsdam 2018, ISBN 978-3-86956-394-7

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