Viele kleine und mittlere Unternehmen trifft der aktuelle Shutdown bedingt durch das neuartige Coronavirus hart. Ein geschlossenes Geschäft bedeutet für lokale Unternehmen oft, dass der Umsatz stillsteht.

Dennoch werden in der Krise viele kleine Unternehmen und GründerInnen kreativ: Geschäftsmodelle werden spontan auf die neue Situation eingestellt und Online-Plattformen zur Hilfe gegründet. Wir haben in diesem Artikel Möglichkeiten und Ideen für Sie zusammengefasst, die anderen Mittelständlern durch die Krise helfen.

Gut zu wissen:

Eine neue Geschäftsidee muss auch in der Corona-Krise nicht kompliziert sein. Viel lässt sich bereits mit einfachen Mitteln wie bestehenden Social-Media-Kanälen umsetzen. Wir helfen Ihnen dabei, Ihre neue Geschäftsidee umzusetzen: Melden Sie ein Digitalisierungsprojekt bei uns an.

Im Webinar Geschäftsmodelle in Krisenzeiten gab unsere Expertin Annika Ulich vom Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft  Tipps, wie Sie jetzt Innovationen angehen können:

Eigene Online-Vertriebskanäle aufbauen – Kaffee und Eis per WhatsApp

Damit Stamm- und Neukunden nicht auf den morgendlichen Kaffee oder das gesunde Mittagsmenü verzichten müssen, hat das Bio-Caffè Miss GREEN Bean in Potsdam kurzfristig umdisponiert und eine neue Idee für das Geschäft entwickelt: Die Ladentür bleibt für die Kundschaft geschlossen, auf einem Aufsteller liest man „Wir sind hier für Euch! Vorbestellungen bitte unter der Nummer…“. Der Bestellvorgang funktioniert unkompliziert per WhatsApp oder Anruf. Man verschickt eine kurze Nachricht mit der gewünschten Bestellung und schon steht der Kaffee oder die Mahlzeit zur gewünschten Uhrzeit zur Abholung bereit. Eine Lieferung im Stadtgebiet wird ebenfalls angeboten.

Nach diesem Prinzip versorgt auch die italienische Eisdiele Ital Eis DaDalt im Berliner Stadtteil Friedrichshagen weiterhin die Kundschaft mit der begehrten süßen Ware.

Die beiden Unternehmen informieren Ihre Kundschaft auch in den Sozialen Netzwerken über aktuelle Änderungen:

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Vermieten, überlassen und ausleihen – gemeinsame Nutzung bestehender Ressourcen

Durch Arbeitnehmerüberlassung und gemeinsames Nutzen von Ressourcen können sich kleine Unternehmen in der Corona-Krise gegenseitig unterstützen. Erfahren Sie, was Sie hierbei beachten müssen und welche Plattformen beim Austausch helfen.

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Geschäftsmodellinnovation auf digitalem Wege

Aufgrund der Coronakrise müssen zahlreiche Betriebe Ihre Geschäftsmodelle neu denken. Im ersten _Gemeinsam digital Online Workshop gab es wertvolle Impulse für alle, die jetzt auf Innovation setzen.

Weitere kreative Geschäftsidee und Best-Practice Beispiele aus dem Buchhandel zur Corona-Krise finden Sie auf der Seite des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums Handel.

Online-Plattformen nutzen

Den lokalen Einzelhandel trifft die aktuelle Situation besonders schwer. Bei Unternehmen, die bisher nur auf den Abverkauf vor Ort gesetzt haben, steht der Umsatz still. Im Interview erzählt uns Vanessa Jakobi, Assistenz der Geschäftsführung der Modegeschäfte Zeitgeist, wie das Unternehmen auf die neue Situation reagiert hat:

Als klar war, dass wir die Läden schließen müssen, haben wir sofort reagiert und die Möglichkeiten des Hilfspakets der Bundesregierung, also Kurzarbeit und finanzielle Hilfen, wahrgenommen. Um die Zeit ohne Abverkauf im Laden zu überbrücken, haben wir außerdem in wenigen Tagen die Anbindung zu einer Online-Vertriebsplattform hergestellt und die Infrastruktur für Homeoffice aufgebaut. Diese Änderungen werden wir auch nach der Krise beibehalten um für die Zukunft besser aufgestellt zu sein.

Das Unternehmen nutzt die kommerzielle Online-Vertriebsplattform Outfits 24. Diese ermöglicht es stationären Händlern ihre Waren auch online zu vertreiben. Die Plattform übernimmt für Händler viele Leistungen wie Beispielsweise Bestellabwicklung, Kundenkontakt und -anfragen oder Payment. Dafür fallen allerdings Kosten für die Datenpflege sowie eine Provision für die verkaufte Ware an.

Regional und überregional bilden sich gerade neue Online-Plattformen wie Potsdam Liefert (regional) oder Einzelheld (Bundesweit). Die Plattformen bieten lokalen Restaurants und Unternehmen aus dem Einzelhandel ebenfalls eine Infrastruktur für den Onlinevertrieb an. Betriebe können sich kostenfrei anmelden und ihre Produkte über die Plattform anbieten und verkaufen. Die Lieferung an den Kunden bzw. die Abholung vor Ort muss vom Unternehmen selbst organisiert werde. Für die Online-Zahlung fallen Transaktionsgebühren an. Diese werden direkt an die Zahlungsdienstleister wie z. B. PayPal weitergeleitet. Einzelheld erhebt außerdem eine pauschale von 30 Cent pro Bestellung.

Unternehmen müssen umdisponieren: Die Lieferung der Ware und der vertrieb über eine Onlineplattform kann durch die Krise helfen
Erzählen Sie uns Ihre Geschichte:

Sie waren selbst kreativ und haben Ihr Geschäftsmodell kurzfristig an die Krise angepasst? Wir suchen weitere Best-Practice-Beispiele. Melden Sie sich gerne unter info@gemeinsam-digital.de

Gutscheine für später verkaufen

Die Non-Profit-Plattform Helfen.Berlin wurde Mitte März von engagierten Berliner Gründerinnen und Gründern in kurzer Zeit aus dem Boden gestampft. Die Idee ist einfach: Man hilft dem regionalen Lieblingslokal in Berlin mit dem Kauf von Gutscheinen durch die Corona-Krise. Der Gegenwert kann eingelöst werden, sobald die Restaurants, Bars, Läden, Clubs oder Theater wiedereröffnen. Der Gutscheinbetrag wird von der Plattform eins zu eins an das jeweilige Unternehmen weitergegeben. Es sind bereits über 1600 verschiedene „Lieblingsläden“ auf Helfen.Berlin gelistet. Wenn Sie selbst Hilfe benötigen können Sie sich auf Helfen.Berlin registrieren.

Ähnliche Plattformen sind Restaurant Hero (Berlin) oder #PayNowEatLater (Bundesweit). Für Kundinnen und Kunden zu beachten: Sollte das Lieblingslokal trotz aller Bemühungen die Krise nicht überstehen, war das Geld zwar nicht umsonst, aber die Gutscheine können nicht mehr eingelöst werden.

Gutscheine für Später und neue Liefermöglichkeiten - kleine Unternehmen werden in der Krise kreativ

Crowdfunding Hilfsprojekte für Unternehmen

Crowdfunding ist nicht neu: Bei dieser Form der Finanzierung wird eine Geschäftsidee oder ein Produkt über Spenden oder Beteiligungen vieler Personen finanziert. Diese Spendenaufrufe laufen über Online-Plattformen.

Die Crowdfunding-Plattform Startnext will mit einer Kampagne Kreativen und anderen, die durch den Shutdown direkt betroffen sind, durch die Corona-Krise helfen. Hierfür wurden die Regeln um ein eigenes unterstützungsfähiges „Projekt“ anzumelden von der Plattform gelockert: Verringerung der Komplexität um die Anmeldung zu erleichtern, Aussetzen des Alles-oder-Nichts-Prinzip und die komplette Erstattung der anfallenden Transaktionsgebühren. Weitere Plattformen, auf denen Unternehmen Crowdfunding-Projekte anmelden können, sind z. B. Lokalhelden.ch oder Wir-schaffen-mehr.de.

Eine Übersicht zu Hilfeportalen finden Sie Beispielsweise auf Crowdfunding.de.

Wir bieten Hilfe für Unternehmen

Die aktuelle Situation verlangt von vielen Unternehmen schnelles Handeln. Prozesse müssen jetzt digitalisiert, Mitarbeitende im Homeoffice weitergebildet und Geschäftsmodelle neu ausgerichtet werden. Wir unterstützen Sie aktiv und kostenfrei bei der digitalen Transformation.

In unserer neuen Online-Sprechstunde beantworten wir gerne Ihre Fragen zur Projektanmeldung.

Wie können kleine und mittlere Unternehmen die Krise nutzen und bestehende, ungenutzte Ressourcen vermieten oder anderen Unternehmen überlassen?

Im Webinar „Vermieten, Überlassen, Mitnutzen – Neue Chancen mit bestehenden Ressourcen“ vom 05. Mai erfahren Sie mehr über die Vorgehensweise beim Überlassen oder Verleihen von Ressourcen an ein anderes Unternehmen. Wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten und Lösungen, um Ressourcen anzubieten und passende Angebote zu finden.

Kontaktieren Sie uns.

Bei Fragen und Anmerkungen helfen wir Ihnen gerne weiter. Schreiben Sie uns!

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