In Deutschland gibt es 32 Crowdworking-Plattformen und etwa eine Million Crowdworker, viele davon im Nebenerwerb und höher gebildet als der Bevölkerungsdurchschnitt.

Damit ist es auch mittelständischen Unternehmen möglich, Expertenwissen (z.B. zur Umsetzung eines Digitalisierungsprojekts) in das Unternehmen einzubinden, ohne den/die Experten gleich fest anstellen zu müssen. Die Vorteile für den Auftraggeber liegen auf der Hand:

  • Zugang zu einer weltweiten, stets verfügbaren 24/7 Crowdworkerschaft
  • Tausende von Arbeitsaufgaben können gleichzeitig erledigt werden
  • Alles ist in kürzester Zeit erledigt
  • Das Ganze ist sehr preisgünstig

Dabei unterscheidet man zwischen internem (managed services platforms) und externem (open services platforms) Crowdsourcing. Als Plattformbeispiele aus den USA sind uber und Lyft, aber natürlich auch Amazon Mechanical Turk, Upwork, Topcoder und Innocentive zu nennen. In Japan sind es Lancer, Crowdworks, Realworld, Crowdgate und Job-Hub.

Flexibilität und Fairness

Auf Initiative von testbirds haben die Crowdworking-Plattformen clickworker, content.de, streetspotr, CrowdGuru, AppJobber, StreetScout zusammen mit der IG Metall und dem Deutschen Crowdsourcing Verband einen Code of Conduct für bezahltes Crowdworking erarbeitet, dem auch die englische Plattform BugFinders beigetreten ist. Darin wird die Gestaltung guter digitaler Arbeit als Selbstverpflichtung der Branche postuliert, um gesetzlichen Regelungen in diesem Bereich der Arbeit 4.0 vorzubeugen.

Es wurde versucht, einen Ausgleich zwischen dem Heben innovativer und kreativer Potenziale neuer Arbeitsformen und den Arbeitnehmerrechten zu finden. Da Crowdworking stets global erfolgt, wurde bei der Bezahlung auf vergleichbare ortsübliche Entlohnung am Standort des Crowdworkers abgestellt.

Neue Regelungen

Der nächste Schritt wird sein, eine Schlichtungsstelle einzurichten, die bei festgefahrenen Streitigkeiten zwischen den drei Parteien (Auftraggeber, Plattform, Crowdworker) eingreifen soll. Die endgültige Fassung befindet sich gerade in der Feinabstimmung zwischen den Plattformen und soll im Herbst 2017 auf einer Pressekonferenz veröffentlicht werden.

Ebenfalls im Herbst, genauer am 20. September 2017, findet auf der Zukunft Personal in Köln Messe, Halle 3.2, der größten Personalleitermesse Europas, ein ganzer Crowdworkingtag statt, der vom DCV organisiert wird. Dabei diskutieren u.a. Crowdworking-Plattformen und Crowdworker über diese neue Arbeitsform als Geschäftsmodell sowie die Motive, sich darauf einzulassen.

 

Thomas Andersen, Vorstand DCV e.V., www.crowdsourcingverband.de

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