Oft haben kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einen weniger flexiblen und tiefen Zugang zu klassischer Bankfinanzierung, gerade wenn kurzfristiger Bedarf an Liquidität besteht und beispielsweise Aufträge kurzfristig vorfinanziert werden müssen. Im Normallfall kann eine solche Liquiditätsbeschaffung mehrere Wochen dauern. Mit Factoring, also Rechnungsfinanzierung (Finanzierung von Forderungen aus Lieferung und Leistung), lässt sich auf unkomplizierte Weise kurzfristig Liquidität schaffen.

Factoring für kleine Unternehmen

Bisher waren KMU oft ausgeschlossen

Zusätzlich zur reinen Liquiditätsbeschaffung wird beim Factoring auch die Bilanz verkürzt. Zwar stellt der Verkauf von Forderungen erstmals nur einen Aktivtausch auf der Bilanz dar, allerdings lässt sich damit die bilanzielle Eigenkapitalquote erhöhen, wenn die zugeflossenen Mittel zur Ablösung von Verbindlichkeiten genutzt werden. Dies kann gerade zum Jahresende mit bevorstehenden Bank- und Ratinggesprächen eine sinnvolle Vorbereitung sein, um sich in eine stärkere Verhandlungsposition zu begeben.

Während in der Vergangenheit Selbstständige und KMU von diesem Markt oft ausgeschlossen waren, da der administrative und bürokratische Aufwand nicht in Verhältnis zu Kosten auf der Bankenseite und Nutzen auf Unternehmerseite stand, bietet die Digitalisierung neue Chancen eine Factoring-Kreditlinie zu erhalten. Technologie ermöglicht dabei, durch eine niedrigere Kostenbasis, die Bereitstellung von Liquidität auf Abruf ohne Verpflichtungen oder Kosten auf Seiten des Unternehmers. Früher waren Unternehmer oft den Banken ausgeliefert, Technologie gibt Ihnen Flexibilität und Macht gegenüber den Financiers zurück.

Die Vorteile von digitalem Factoring

Der Anmeldeprozess klassischer Factoring-Unternehmen erfordert in der Regel eine lange Anlaufphase, benötigt eine Vielzahl an Dokumenten und steht dadurch nur größeren Unternehmen zur Verfügung. Wie auch herkömmliche Factoring Anbieter, bieten auch digitalen Anbieter die gesamte Palette von stillem, offenem, echten und unechtem Full-Service oder Inhouse Factoring an. Bei dem Full-Service Factoring übernimmt die Factoring-Gesellschaft die komplette Mahnstrecke im Namen des Unternehmens sowie Inkasso und Zahlungsausfallschutz, während diese Funktionen bei der Inhouse Variante im Unternehmen verbleiben. Bei der stillen Variante merkt der Kunde nicht, dass die Rechnung fakturiert wurde. Dies alles passiert komplett digital, papierlos, ohne Mindestvertragslaufzeit und ohne Mindestvolumina mit kürzeren Anmeldezeiten.

Factoring für kleine und mittlere Unternehmen

Fazit

Durch den wesentlich geringeren administrativen Aufwand wird das Produktspektrum Factoring auch für kleinere Marktteilnehmer geöffnet und zusehends interessant. So können Unternehmen problemlos Rechnungen mit kleinen Volumina einreichen. Dabei müssen Unternehmen bei den meisten Anbietern mindestens ein Jahr existieren, 50.000 EUR Jahresumsatz aufweisen und in der Datenbank von Firmenwissen.de eingetragen sein. Kunden reichen die Rechnungen vollständig digital über ein Online-Portal ein, wobei Zahlungszuordnung, Mahnwesen, Inkasso und Ausfallschutz auch digital übernommen werden können. Die Gebühr im Skontobereich beträgt im Durchschnitt circa 1 – 5 Prozent und wird bonitätsabhängig festgelegt.

Für Betriebe stellt die Anmeldung bei einem digitalen Anbieter oftmals Liquiditätsvorteile dar. Denn der Unternehmer ist nach der Anmeldung nicht verpflichtet eine Bereitstellungsgebühr zu zahlen oder ein Mindestvolumen anzudienen. Stattdessen kann er ganz nach Bedarf Einzelforderungsankauf nutzen, komplett digital und mit einem einzigen Login. Dies ist ein weiterer, wichtiger Schritt auf dem Weg in die digitale Finanzierung.

Über den Autor:

Maximilian P Wegener - Director Sales

Bevor der Finance-Experte Maximilian Wegener, CFA bei Billie (www.billie.io) begann, die Expansion der Billie Factoring Plattform voranzutreiben, arbeitete er fünf Jahre in einer ausländischen Investmentbank in Frankfurt im Bereich Corporate Finance & Kapitalmärkte. Seit Oktober 2019 arbeitet er mit Unternehmen, Banken und anderen Partnern daran Factoring für KMUs zugänglich zu machen.

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