Mit einer starken Arbeitgebermarke zum attraktiver Arbeitgeber

„Tja“, sagt der Besitzer der Kaugummi-Fabrik, „Die Entscheidung steht fest. Wir machen ab heute keine Werbung mehr.“ Dem Marketing-Chef fällt erst die Kinnlade, dann der Stift herunter. Mit gerunzelter Stirn und leichtem Zittern in der Stimme meldet er sich zu Wort: „Aber wie sollen die Menschen denn wissen, dass es uns gibt? Sollen wir darauf warten, dass uns die Leute aktiv suchen und sie unsere Kaugummis zufällig auf unserer Website finden?“ Trotzig blickt der Besitzer dem Marketing-Chef in die Augen: „Was sollen wir machen? Schließlich sind die ganz großen Kaugummi-Konzerne schon omnipräsent. Wie soll ein kleines Kaugummi-Unternehmen da noch mithalten?“

Darum ist eine Arbeitgebermarke auch für den Mittelstand wichtig.

Employer Branding für KMU?

Kommt Ihnen die Diskussion etwas absurd vor? Warum konzentriert sich der mittelständische Kaugummi-Hersteller nicht auf seine Stärken? Sicherlich hat er Vorteile gegenüber dem Großkonzern! Was im Produktmarketing weit hergeholt klingt, ist doch bei vielen kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), wenn es um Employer Branding und Personalmarketing geht, bittere Realität.

Employer Branding bedeutet, eine unverwechselbare Marke für einen Arbeitgeber zu schaffen – ganz wie eine Produktmarke. Strategisch gilt es dabei zu beantworten, was die Arbeitskultur ausmacht, wie sich ein Unternehmen von anderen als Arbeitgeber unterscheidet und was es auch in fünf Jahren seinen Mitarbeitern zu bieten hat. Aber ist das notwendig?

Fachkräftemangel in vielen Branchen

In Deutschland gibt es rund 2,4 Millionen kleine bis mittlere Unternehmen (Quelle: Wirtschaftsmotor Mittelstand). Sie beschäftigen rund 61 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland. Die KMU sind der Wirtschaftsmotor Deutschlands. Bei allem Erfolg bleibt auch der Mittelstand nicht vom Fachkräftemangel verschont.

Egal ob Ingenieurinnen, Kindergärtner, IT-Fachkräfte oder Gastronomie-Mitarbeiter – mittlerweile sind diverse Branchen betroffen. Umso wichtiger wird es auch für KMU sich als Arbeitgeber zu positionieren. Die Zeiten, in denen sich Unternehmen auf einen konstanten Zufluss von Arbeitskräften verlassen konnten, neigen sich stetig dem Ende.

Fachkräfte finden mit einer starken Mitarbeitermarke

Die Großen machen es vor

Die großen Player, die Großkonzerne, haben das Problem längst erkannt. Von Bosch bis Lufthansa – sie alle arbeiten an ihrer Arbeitgebermarke. Mit der richtigen Employer Brand hoffen sie, nicht nur mehr, sondern auch die richtigen Fachkräfte anzuwerben. Die Mittelständler dagegen verhalten sich noch zögerlich. Hier sind drei Gründe, warum sich Employer Branding für Mittelständler lohnt:

  • Kultur sticht: Für immer mehr Menschen auf Arbeitssuche, gerade für die jüngere Generation, ist die Kultur im Unternehmen wichtig. Ein Großkonzern ist nicht für jeden etwas. Mögen die Benefits noch so groß sein – gerade kleinere und mittlere Unternehmen bestechen oft durch eine einzigartige, familiäre Atmosphäre. Eine gute Arbeitgebermarke wird die Besonderheiten herausstellen und Personen überzeugen, die eben keine Lust darauf haben ein kleines Rädchen im großen Konzern zu sein.
  • Zeigen was man (schon) hat: Employer Branding geht in zwei Richtungen: Nach außen zu potentiellen Bewerbern und nach innen zur Belegschaft. Durch durchdachtes, internes Employer Branding werden auch die Kritiker im Unternehmen auf die Vorteile aufmerksam. Kleine Nudges stärken die Identifikation mit dem Unternehmen und auf Dauer sinkt dadurch die Fluktuation.
  • Strategisch statt planlos: Employer Branding hat viele Facetten. Zum einen ist es ein unverwechselbarer Markenaspekt, der Mitarbeiter und zukünftige Bewerber gleichzeitig anziehen soll. Gleichzeitig findet sich Employer Branding in Website-Texten, in Testimonial-Interviews, im Image-Video, im Mitarbeiterempfehlungsprogramm, bis hin zur Stellenanzeige. Auch KMU kümmern sich jetzt schon um all diese Aspekte. Warum also nicht strategisch vorgehen? Bei der Produktvermarktung geht schließlich auch der Kaugummi-Hersteller mit Plan zur Sache.

Worauf warten Sie noch?

Employer Branding wirkt. Aber wie fängt man damit an? Finden Sie heraus, was Ihre Stärken sind. Entdecken Sie ihren Arbeitgebermarkenkern: Ihren einzigartigen Arbeitgebervorteil (Employer Value Proposition).

Erkunden Sie Ihre Zielgruppen und verdeutlichen Sie sich, wen Sie mit Ihren Maßnahmen erreichen wollen. Eine Employer-Branding-Agentur mit einem klaren Blick von außen, kann da viel Arbeit abnehmen und schützt vor Betriebsblindheit. Und letztlich: Legen Sie sich eine Strategie zurecht. Das heißt wo, wann und wie zeigen sie ihren Mitarbeitern und jedem da draußen, den es interessiert, was für ein fantastischer Arbeitgeber kleine und mittlere Unternehmen sein können.

Ein Gastbeitrag von Henric Abraham-Winter
– Projektmanager und Berater bei der Personalmarketing Agentur Junges Herz – 

Über den Autor:

Henric Abraham-Winter - Agentur Junges Herz

Henric Abraham-Winter ist Projektmanager und Berater bei der Personalmarketing und Employer Branding Agentur Junges Herz. Vom Kick-Off über EVP-Workshops und Strategiefindung bis hin zur Kampagnenplanung ist er voll involviert. Als Experte für Employer Branding betreut er Kunden vom mittelständischen Familienunternehmen bis zum internationalen Großkonzern.

Vernetzen Sie sich gern mit ihm auf LinkedIn.

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