Mitarbeiter abholen

Die digitale Transformation findet auf mehreren Ebenen statt: auf der operativen Ebene ändern sich Prozesse und Strukturen, auf der persönlichen Ebene ändern sich Arbeitsweisen, Verhalten und Haltung der Belegschaft. Um Prozesse und Strukturenerfolgreich zu verändern, sollten Verantwortliche erst die persönliche Ebene betrachten: zieht die Belegschaft nicht mit, erstickt der Veränderungsprozess schon im Keim. Dabei geht es ja gerade darum, die Mitarbeiter für den Wandel zu motivieren, begeistern und aktivieren. Dafür müssen sie von Anfang an eingebunden werden.

Neue Form von Leadership

Damit das gelingt, benötigen Unternehmen Führungskräfte mit Leadership Qualitäten. Auf den digitalen Wandel bezogen, bedeutet das: Akzeptanz schaffen, Bereitschaft wecken und die Betroffenen zu Beteiligten machen.

Im Wandel gibt es immer Fürsprecher, Gegner und neutral eingestellte Mitarbeiter. Schon in der Planung sollten Verantwortliche also genau schauen, wie das Verhältnis unter den Mitarbeitern ist. Die Fürsprecher gilt es direkt zu aktivieren, so dass diese als Multiplikatoren im Unternehmen fungieren und die neutral eingestellten für die Sache begeistern können. Anschließend sollten Führungskräfte schauen, welche Mitarbeiter noch überzeugt werden müssen sind.

7 Regeln für Leadership im Wandel

Veränderungsbereitschaft wecken:

Jeder Mensch steht Veränderungen unterschiedlich gegenüber. Führungskräfte sollten ihren Mitarbeitern die Notwendigkeit und Auswirkungen der Veränderung klarmachen. Gleichzeitig sollten sie die Bereitschaft zum Wandel auch einfordern.

Mitarbeiter einbeziehen:

Viel zu oft sind Mitarbeiter frustriert, weil sie den Change-Prozess gar nicht oder nur ungenügend beeinflussen können. Gute Leader holen ihre Leute gleich dort ab und zeigen ihnen, wo sie Einfluss ausüben können – und wo sie den Change akzeptieren müssen.

Ziele und Erwartungen ausarbeiten:

Starke Führungskräfte kennen die Stärken und Schwächen ihrer Mitarbeiter. Ziel ist es folglich, die Stärken der Mitarbeiter abzurufen. Wer gemeinsam individuelle Ziele und Erwartungen ausarbeitet, bekommt eine schlagfertige Truppe, die bereit ist für den Wandel. Dazu gehört auch, offen eigene Unsicherheiten anzusprechen. Das setzt eine gewisse Führungssouveränität voraus, in der Unsicherheit akzeptiert ist.

Motivation:

Die Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter hängt auch von der Motivation ab. Sehen sie einen persönlichen Nutzen darin, tragen sie den Wandel mit und bringen sich auch kreativ ein. Besonders, wenn die Veränderung große Relevanz für die eigene Position hat. Führungskräfte sollten die beruflichen Ziele ihrer Mitarbeiter also gut zu kennen. So lassen sich Reaktionen besser verstehen und Anhaltspunkte zur Gestaltung motivationsförderlichen Verhaltens gewinnen.

Veränderungskompetenzen fördern:

Während des Wandels sollten Führungskräfte ihre Mitarbeiter genau beobachten. So decken sie weitere Veränderungskompetenzen auf und können diese fördern oder fordern. Dazu gehören Integrationsfähigkeit, Reflexionsfähigkeit, Fähigkeit zur Selbstkritik, selbstorganisiertes Lernen, Mut, Kreativität, die Fähigkeit Krisen zu bewältigen, Aufmerksamkeit oder Konfliktmanagement.

Freiräume schaffen:

Die digitale Transformation ist kein linearer Prozess. Viel mehr geht es auf Umwegen zum Ziel Dabei ist es wichtig, den Beteiligten einen gewissen Grad an Gestaltungsfreiheit einzuräumen. Wer Freiräume schafft, fördert die Kreativität seiner Mitarbeiter. Und Kreativität ist eine wichtige Ressource im Wandel.

Eine Fehler- und Lernkultur etablieren:

Eine Fehlerkultur ist für die Menschen im digitalen Wandel enorm wichtig. Wer auf Fehler konstruktiv reagiert, fördert den Veränderungsgeist in der Organisation. Eine Fehler- und Lernkultur zu etablieren, ist die zentrale Aufgabe des Managements.

Fazit: Wandel geht nur miteinander

Auch im digitalen Wandel entscheiden letztlich die Mitarbeiter über Erfolg oder Misslingen. Ein Unternehmen ist wie ein Organismus – und die Menschen stellen das Herzstück da. Wer seine Mitarbeiter von Anfang an transparent mit in den Veränderungsprozess einbezieht, gewinnt Vertrauen und Fürsprecher. Dass dabei nicht alles federleicht über die Bühne geht, muss jedes Unternehmen einkalkulieren. Mithilfe einer klaren Kommunikation und Führungskräften, die sich an die sieben Regeln halten, können Unternehmen ihre Mitarbeiter für den Wandel gewinnen und begeistern.

 

Ein Gastbeitrag von Rainer Brenner
– Interim Manager und Berater für Change und Innovation- 

Der Autor

Rainer Brenner ist Buchautor, Interim Manager und Umsetzungsberater für Change und Innovation. Er begleitet Unternehmen beim Wandel, der Suche neuer Wachstumspotenziale und der Steuerung im Transformationsprozess. Mit über 30 Jahren Management-Erfahrung unterstützt er vor allem KMU, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Mehr Infos: www.fresh.management

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