Heute entscheidet das beste Geschäftsmodell, nicht das beste Produkt

In den letzten 10-15 Jahren ist das globale Wettbewerbsumfeld immer dynamischer geworden. Heute sind nicht die Unternehmen mit dem besten Produkt, sondern die Unternehmen mit dem besten Geschäftsmodell langfristig erfolgreich und überlebensfähig. Klassisch sind Unternehmen aller Größe eher geschlossene Organisationen, die eine bestimmte Art und Weise haben, Dinge zu tun. Innovation entsteht in diesen Organisationen meist aus dem vorhandenen Wissen heraus. In einem dynamischen Wettbewerbsumfeld wird es jedoch immer wichtiger auch Wissens- und Informationsquellen außerhalb des eigenen Unternehmens mit einzubeziehen, um Innovation zu fördern. Kollaboration ist somit heute ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Innovationsstrategie.

Plattform für neue Kontakte, Ideen und Perspektiven

Das SINGA Business Lab ist ein Inkubator Programm in Berlin mit dem besonderen Ziel, sogenannten Newcomer Entrepreneuren, die häufig unerwartet als Geflüchtete nach Deutschland kommen, darin zu unterstützen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Ein zentraler Erfolgsfaktor des SINGA Business Labs ist, dass es eine Plattform bietet, auf der sich Newcomer und lokale Entrepreneure, Fachexperten, Forscher, Unternehmens- und Politik-Vertreter begegnen können. So können neue alle Beteiligten neue Kontakte knüpfen und unterschiedlichste Ideen und Perspektiven zusammenbringen. Suhayl Chettih, Direktor und Mitgründer des SINGA Business Labs sagt:

“Das Besondere an Newcomer Entrepreneuren ist, dass sie mit einer völlig neuen Perspektive auf die Berliner Startup Szene und unsere Gesellschaft insgesamt nach Deutschland kommen. Im direkten Austausch zwischen Ihnen und lokalen Unternehmern entstehen viele spannende Ideen, die ohne die Kollaboration nie entstanden wären.”

Wichtig für den Erfolg jeder Kollaboration ist, dass der Kunde im Vordergrund steht. Natürlich bringt jede der Parteien eigene Interessen mit, aber wenn das gemeinsame Ziel ist, den höchstmöglichen Nutzen für den Kunden zu schaffen, können eingeschliffene Grenzen überwunden werden und neue, innovative Dinge entstehen. Suhayl Chettih erklärt:

„Das Besondere am SINGA Business Lab ist, dass wir einen sehr nutzerzentrierten Ansatz für die Gestaltung des Programms haben. Alle Methoden, die wir unseren Entrepreneuren beibringen, sind nutzerzentriert, daher ist es für uns besonders wichtig, diese Prinzipien auch selbst zu leben. Niemand weiß besser, was sie brauchen, als die Newcomer Entrepreneure selbst. Natürlich gibt es oft eine Lücke zwischen dem, was Menschen denken zu brauchen und dem, was sie wirklich brauchen. Wir sehen es als unsere Aufgabe, die unterliegende Bedürfnisse durch einen kollaborativen Ansatz zu erkennen und diese in Programme und Aktivitäten umzusetzen.”

Um das Programm nutzerzentriert zu gestalten, nutzt das SINGA Business Lab verschiedene kollaborative Methoden:

  • Regelmäßige Interviews mit Entrepreneuren, innerhalb und außerhalb des SINGA Business Lab helfen dabei, Trends und aktuelle Herausforderungen zu erkennen
  • Aktive Beobachtung und Einholung von informellem Feedback der Teilnehmer während allen Workshops
  • Einbeziehung von Alumnis, um Elemente des Programms zu testen, zu verändern und zu verfeinern
  • Regelmäßiger Austausch mit Partnern aus der Privatwirtschaft und anderen gemeinnützigen Organisationen
Blog Jessie Kollaboration-3
Innovation durch Kollaboration im SINGA Business Lab

Während der ersten Runde des Inkubator Programms durchliefen insgesamt sechs Newcomer Entrepreneure das fünf-monatige Programm von März bis Juli 2017. Suhayl Chettih beschreibt zwei verschiedene Typen von Entrepreneuren im Programm:

“Auf der einen Seite haben wir Newcomer Entrepreneure, die bereits in ihrem Heimatland erfolgreich ein Unternehmen geführt haben. Sie brauchen vor allem Hilfe dabei, ihre Expertise im deutschen Wirtschaftsumfeld umzusetzen. Auf der anderen Seite haben wir Newcomer Entrepreneure, die bisher keine unternehmerische Erfahrung haben. Sie haben allerdings viele kreative Ideen. Der Austausch innerhalb des Programms ist für beide Seiten sehr hilfreich.”

Ein Beispiel für einen sehr erfolgreichen Newcomer Entrepreneurs der ersten Runde ist Dr. Fadi Alshalabi, Gründer und Geschäftsführer von Niuversity. Dr. Alshalabi hat einen Doktortitel in Management höherer Bildungseinrichtungen und arbeitete als Direktor für Internationale und Kulturelle Beziehungen an der Universität von Damaskus in Syrien, bevor er nach Deutschland kam. Mit Niuversity gründete er eine Online Lernplattform für berufliche Weiterbildung, welche sich speziell an Flüchtlinge richtet.

Die Kurse finden als Live-Unterricht statt und die Teilnehmer können jederzeit an jedem Ort teilnehmen. Alle Kurse finden auf Arabisch statt, um den Teilnehmern ein möglichst schnelles Lernen zu ermöglichen. Die Inhalte sind speziell auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes ausgerichtet, beispielsweise in den Bereichen Grafik-Design, Online-Marketing, Content-Marketing, Datenverarbeitung und Cloudcomputing. Alle Dinge kann man mit einigen Vorkenntnissen in kurzer Zeit erlernen und schnell in Bewerbungen auf dem Arbeitsmarkt verwenden.

Das gesamte Konzept der Niuversity wird regelmäßig evaluiert und kollaborativ weiterentwickelt, gemeinsam mit Flüchtlingen, Arbeitgebern, Bildungsexperten und Fachleuten der einzelnen Themenschwerpunkten. So kann eine immer bessere Lösung entstehen.

Tipps:
Jedes Unternehmen kann von einer offenen Einstellung gegenüber Kollaborationen profitieren. Wichtig zu beachten ist hierbei:

  • Die Kollaborationspartner: Idealerweise sind es Partner mit diversen Hintergründen, die unterschiedliche Perspektiven auf ein bestimmtes Thema haben. Man sollte sich also nicht nur innerhalb der eigenen Branche umschauen, sondern insbesondere auch in anderen Bereichen, wie beispielsweise der Forschung.
  • Fokus auf den Nutzer: Wichtig bei jeder Form der Kollaboration ist der Fokus auf den Nutzer. Neue Ideen und Impulse aus Kollaborationen können nur entstehen, wenn alle Parteien ihre eingespielten Interessen und Denkmuster zu Gunsten des Nutzers bei Seite legen.
  • Regelmäßiger Austausch: Wichtig für eine erfolgreiche Kollaboration ist ein regelmäßiger Austausch. Dabei muss der Austausch nicht immer formal gestaltet sein, manchmal kann auch die Beobachtung eines Workshops oder ein informelles Gespräch beim Mittagessen wichtige Informationen und Impulse liefern.

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