Ziel

Ziel

Entwickeln Sie ein Verständnis für unterschiedliche Weiterbildungsformate sowie deren Merkmale und Anwendungsbereiche.

Mittels Blended Learning niedrigschwellig einsteigen

Digitale Formate als Alternative zu präsenzorientiertem Lernen stehen in einer großen Vielzahl zur Verfügung. Mit dem sogenannten Blended Learning gelingt in Ihrem Unternehmen ein niedrigschwelliger Einstieg in die digitalen Anwendungen. Blended Learning beschreibt die Kombination von E-Learning mit klassischen, analogen Lernformaten. Dabei werden digitale Methoden (zum Beispiel Video oder Quiz) mit bewährten Präsenzmethoden (wie Vorträge oder Präsentationen) verknüpft.18 So können erprobte Lernformate anschaulich angereichert und methodisch ausgebaut werden. Zum Beispiel können im Nachgang einer Präsenzschulung vertiefende Informationsmaterialien für eine digitale Selbstlernphase bereitgestellt werden. Nach einer kurzen Einführung sind die meisten E-Learning-Formate inzwischen einfach und spielerisch zu bedienen.

Die folgenden niedrigschwelligen Formate eignen sich zur Wissensvermittlung

Klicken Sie auf eins der fünf Formate, um mehr zu erfahren.

Lernvideos/
Erklärvideos
Screencasts
Podcasts
Webinare
Mikrolernen

Was sind Erklärvideos?19

Erklärvideos sind kurze Videosequenzen mit einer Laufzeit zwischen mindestens 30 Sekunden bis maximal fünf Minuten, in denen Lerninhalte dargestellt werden. Ansprechende Zeichnungen, Animationen und Bilder können den Informationsfluss optisch unterstützen. Originelles Storytelling erleichtert das Lernen: Beispielsweise erzählt eine SprecherIn eine informative Geschichte zu einem Fachthema, während ergänzende, illustrierte Abbildungen eingeblendet werden. So können komplexe Themen mithilfe kompakter Videos verständlich vermittelt werden.

Einsatzmöglichkeiten

Intuitiv und leicht verständlich aufgebaut, eignen sich Erklärvideos zur Erläuterung komplexer Sachverhalte, insbesondere bei geringem Vorwissen der Zielgruppe. Ob als grundlegende Themeneinführung für ein Produkt oder eine Dienstleistung, als eigenständige Lerneinheit zur MitarbeiterInnen – und Kundenschulung, oder für eine gelungene Unternehmenspräsentation – der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Erklärvideos können sowohl extern zugekauft, als auch intern produziert werden.

Vorteile

Ein Erklärvideo macht NutzerInnen in kurzer Zeit mit einer neuen Thematik vertraut. Machen Sie es also nicht zu kompliziert, denn im Zweifel gilt: Weniger ist mehr. Besonders überzeugt das Format, wenn komplexe technische Probleme in kurzer Zeit verständlich verbal und visuell vermittelt werden.

Nachteile

Eine eigene Produktion erfordert spezielles Equipment, wie beispielsweise Kameras oder Bearbeitungsprogramme sowie die Fähigkeit, diese angemessen bedienen zu können. Voraussetzung für die Erstellung von Videos ist dabei auch, dass MitarbeiterInnen, welche die Videos erstellen, ausreichend Zeit zur Verfügung haben und mit der technischen Ausstattung (Geräte/Hardware, Software) entweder schon vertraut sind oder hierfür Trainingsmöglichkeiten bereitgestellt werden. Sind Kapazitäten und/oder Kompetenzen intern nicht ausreichend vorhanden, sollte die Produktion extern vergeben werden.

Umsetzungsbeispiel

Ein gelungenes Umsetzungsbeispiel eines Erklärvideos zeigt die Zusammenarbeit der interdisziplinär beratenden Unternehmensgruppe KIRCHNER Engineering Consultants GmbH mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hannover. Ziel war es, das bestehende Intranet stärker für die interne Weiterbildung der MitarbeiterInnen und das unternehmenseigene Wissensmanagement zu nutzen. Dabei stand das Ziel einer aktiven Auseinandersetzung der MitarbeiterInnen mit dem Thema Wissensmanagement im Unternehmen im Mittelpunkt, weshalb statt einer Aufbereitung des Wissens in reiner Textform das Videoformat gewählt wurde.

Werkzeuge und Beispielanbieter

Die Videoproduktion kann entweder vollständig unternehmensintern durchgeführt werden oder Sie können eine spezialisierte Agentur hierfür beauftragen. deutsche-startups.de bietet eine Auswahl von Anbietern von Erklärvideos. Für die Eigenproduktion stehen unter anderem online vielfältige Tools zur Erstellung animierter Videos zur Verfügung.

Aufwand

Eine interne Produktion ist mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden. Hierzu zählt beispielsweise das Verfassen eines Skripts, der Aufbau einer Kulisse, der Dreh selbst sowie der anschließende Schnitt des Materials. Wird die Videoproduktion extern vergeben, ist dies abhängig von Form und Länge des Videos mit einem finanziellem Aufwand von oftmals mehr als 2.000 Euro verbunden.

So fangen Sie an

  1. Ziel formulieren, Struktur und Inhalt festlegen
    Fragen Sie sich, welches primäre (Lern-)Ziel Sie mit der Erstellung eines Erklärvideos verfolgen und warum genau dieses Format sich hierfür eignet. Welche Inhalte sollen im Erklärvideo zum Erreichen des Lernziels vermittelt werden, und welcher Aufbau und Struktur eignen sich hierfür am besten?
  2. Skript erstellen
    Formulieren Sie zunächst den SprecherInnentext. Achten Sie auf aktive und deutliche, kurzgefasste Formulierungen und Sätze. Stellen Sie sich den Sprechertext als Geschichte vor, die gegebenenfalls eine ProtagonistIn hat und für die Zielgruppe geeignet aufbereitet ist.
  3. Storyboard zusammenstellen
    Passend zum SprecherInnentext werden anschließend Illustrationen oder (animierte) Bilder ausgewählt, welche die beschriebenen Zusammenhänge anschaulich untermalen und komplexe Sachverhalte ansprechend darstellen.
  4. Ton auswählen
    Neben Text und Bild wird noch passende Musik und Hintergrundsounds ausgesucht, um das Video abzurunden. Wichtig: prüfen Sie vorab, je nach gewählter Musik, ob Sie diese entweder unter freier Lizenz nutzen können oder eine Lizenz erwerben müssen.
  5. Schneiden und Hochladen
    Wenn Sie mögliche Änderungen im Sprechtext (zum Beispiel “Ähms” oder zu lange Pausen) entfernen, im Bild und der Musik vorgenommen haben und mit dem Ergebnis zufrieden sind, laden Sie das Video entweder auf eine öffentliche Videoplattform wie Screencast.com, Vimeo oder YouTube hoch, oder veröffentlichen Sie es in einem internen oder passwortgeschützten Webspace oder Learning Management System.

Was sind Screencasts?20

Ein Screenshot stellt eine einzelne Aufnahme des Bildschirms dar, ein Screencast dagegen eine bewegte Aufnahme in Form eines Videos, in dem ein konkreter Arbeitsschritt auf dem Computer-, Smartphone- oder Tablet-Bildschirm – gegebenenfalls inklusive Mausbewegungen – aufgezeichnet wird.

Einsatzmöglichkeiten

Screencasts dienen als Format zur selbstständigen Wissensaneignung, wie beispielsweise zur Erläuterung der Funktionen von Softwareanwendungen oder Aufzeichnung von Präsentationen mit einem gesprochenen Vortrag.

Vorteile

Durch einen Screencast kann etwa die Vorgehensweise zur Nutzung einer Software live mithilfe von Bewegtbildern und gesprochenem Text mitverfolgt werden. Die Wiederverwendbarkeit und Kürze der Sequenzen ist dabei besonders vorteilhaft.

Nachteile

Für die Produktion sind eine ruhige Umgebung und gut aufeinander abgestimmtes Bild- und Textmaterial nötig.

Werkzeuge und Beispielanbieter

Zur Aufnahme werden ein Headset mit integriertem Mikrofon oder ein USB-Mikrofon, ein PC, Tablet oder Smartphone, sowie eine Bearbeitungssoftware benötigt. Eine kostenfreie Software, die sich mit ihrer Aufzeichnungsfunktion zur Erstellung von Videos eignet ist Opencast Studio. Die Lösung kann ohne zusätzliche Software-Installation direkt im eigenen Browser angewendet und die Videos so lokal auf dem Computer gespeichert werden. Im Anschluss können diese über eigene Lernplattformen zugänglich gemacht werden. Weitere kostenlose Softwaretools sind unter anderem Screencast-O-Matic, Kdenlive oder QuickTime. Kostenpflichtige Tools sind etwa Adobe Captivate oder Camtasia.

Aufwand

Der Aufwand für Screencasts ist insgesamt überschaubar. Es fallen lediglich die Zeit für die Aufnahme an, für die zwar ein Skript aber keine Kulisse vorbereitet werden muss, und gegebenenfalls die Nachbereitung und Vertonung.

So fangen Sie an

  1. Tool auswählen
    Das wichtigste Equipment ist ein Bildschirm und ein externes Mikrofon. Je nachdem, welche Software Sie verwenden, kann dies schon technisch ausreichen, da die Software wichtige Funktionen wie Screen-Aufnahmen und Schneiden des Videos beinhaltet.
  2. Dreh vorbereiten
    Für wen ist Ihr Video gedacht? Soll es für interne oder externe Zwecke produziert werden? Welche Inhalte soll das Video vermitteln? Sollen beispielsweise neue KollegInnen in einem Schulungsvideo eingearbeitet oder ein digitales Produkt einem potentiellen Kunden vorgeführt werden?
  3. Skript erstellen
    Ihr Drehbuch ist der roten Faden des Screencasts und hilft Ihnen dabei, die Kernbotschaften klar und anschaulich zu präsentieren.
  4. Aufnahme
    Halten Sie Ihr Skript sowie Programme oder Dateien, die Sie darstellen wollen, griffbereit. Schalten Sie Telefon und mögliche Benachrichtigungstöne wie E-Mail-Programme stumm. Schließen Sie ein externes Mikrofon oder Headset an, sofern Sie Ihre Stimme aufzeichnen wollen. Denken Sie daran, Ihren sichtbaren Desktop so aufzuräumen, dass keine überflüssigen Icons sichtbar sind und achten Sie auf ein ruhiges Hintergrundbild. Legen Sie fest, ob Sie den gesamten Bildschirm oder nur einen Ausschnitt aufnehmen wollen.
  5. Schneiden und Hochladen
    Wenn Sie mögliche Störgeräusche, “Ähms” oder zu lange Pausen herausgeschnitten haben und mit dem Ergebnis zufrieden sind, laden Sie das Video entweder auf eine öffentliche Videoplattform wie Screencast.com, Vimeo oder YouTube hoch, oder veröffentlichen Sie es in einem internen oder passwortgeschützten Webspace oder Learning Management System.

Was sind Podcasts?21

Eine bekannte E-Learning Methode ist der Podcast, also ein Audiobeitrag, der online angehört und abonniert werden kann. Die thematische Bandbreite für Podcast-Inhalte ist enorm groß: So können sowohl aktuelle Entwicklungen der Technikbranche diskutiert und konkrete Produkte besprochen als auch ExpertInnen zu bestimmten Problemlagen interviewt oder praktische Erfahrungen ausgetauscht werden. Zur Nutzung reicht die Anschaffung einer meist kostenlosen Software, eines sogenannten Podcatchers, über den Podcast-Folgen abgerufen werden können. Alternativ können Sie diese auch einfach direkt über den Browser im Internet anhören.

Einsatzmöglichkeiten

Im Unternehmenskontext kann das betriebliche Lernen durch eine (selbst produzierte) Podcast-Folge oder -serie sowohl intern als Instrument zur Wissensvermittlung innerhalb der Belegschaft als auch zur externen Nutzung im Kontakt mit KundInnen oder als Aushängeschild in der Unternehmenskommunikation zum Einsatz kommen. Podcasts eignen sich besonders, um die Wissensvermittlung in den Arbeitsalltag zu integrieren, etwa für Pendelwege auf dem Weg zum Kunden.

Vorteile

Gerade für auditiv veranlagte Lernende sind Podcasts ein wertvolles Format. Mit wenig Equipment – lediglich Internetzugang und Kopfhörer werden benötigt – können MitarbeiterInnen weitgehend ortsunabhängig und zeitlich flexibel ihren Lernprozess gestalten, da Podcasts an keine festen Sendezeiten gebunden sind. Zudem bietet die enorme Auswahl an Online-Podcastformaten und -themen, eine wertvolle “Wissensdatenbank”, die Sie ohne großen Aufwand und überwiegend kostenlos für die individuellen Informationsbedürfnisse und Interessen Ihrer MitarbeiterInnen nutzbar machen können. Ein weiterer Vorteil ist die meist hohe Aktualität der Themen, insbesondere in Bezug auf Digitalisierung, technologische Entwicklungen und digitales Know-how. Durch eine unternehmenseigene Podcast-Produktion können zudem auf einfache Weise betriebsspezifische, aktuelle und zugängliche Inhalte erstellt werden.

Nachteile

Podcasts greifen meist grundlegende Trends oder Entwicklungen wie KI im Mittelstand auf und können sehr informativ sein, wenn es darum geht, sich in ein Thema besser einzuarbeiten oder neue Perspektiven und ExpertInnen anzuhören. Bei betriebsspezifischen Problemlagen oder Fragestellungen, die Sie sehr individuell in Ihrem Betriebsumfeld beschäftigen, sind vorproduzierte Podcasts aufgrund ihrer Ausrichtung auf eine sehr breite Zielgruppe nicht das ideale Lernformat. Die Qualität der Inhalte kann zudem erheblich schwanken.

Umsetzungsbeispiel

Ein Praxisbeispiel in einer Vertriebsabteilung eines Baumaterialherstellers verdeutlicht den gewinnbringenden Einsatz eines Podcasts als Lernform: Im vollen Arbeitsalltag hatten VertriebsmitarbeiterInnen meist keine zeitliche Kapazität, um sich mit neuen Verkaufstechniken auseinanderzusetzen. Daraufhin nahm die Bereichsleiterin monatlich 15-minütige Podcast-Folgen auf, in denen sie die neuen Techniken vorstellte. Die MitarbeiterInnen konnten so zum Beispiel unkompliziert auf dem Weg zu KundInnen während längerer Autofahrten die Inhalte abhören und direkt umsetzen.22

Werkzeuge und Beispielanbieter

Werkzeuge und Beispielanbieter: Alle Podcasts der Mittelstand 4.0 Kompetenzzentren finden hier. Eine Bewertung fünf verschiedener Podcast-Apps beziehungsweise Plattformen finden Sie beispielsweise hier: genannt werden unter anderem Spotify, Pocket Casts, Castbox, Podcast Addict. Eine kostenlose Software für die Aufnahme und auch den Schnitt des Podcasts ist der Audio Editor Audacity. Ein weiterer kostenloser Audio Editor ist ocenaudio. Windows Sprachrekorder eignet sich für das einfache kostenlose Aufnehmen ebenfalls, sofern Windows 10 installiert ist. Für Mac-NutzerInnen ist das vorinstallierte Programm Apple GarageBand ebenfalls eine kostenlose Option. Für die Podcast-Bearbeitung sind insbesondere Musikprogramme technisch gut geeignet (sogenannte DAWs – Digital Audio Workstations), zu denen auch das bereits genannte Audacity gehört.

Aufwand

Meist dauert eine Podcast-Folge nicht länger als eine Stunde, die meisten sind kostenlos online verfügbar und zum Anhören werden lediglich ein Computer und Kopfhörer benötigt. Auch die Eigenproduktion von Podcasts ist mit relativ wenig Equipment einfach umzusetzen, da meist nur ein Aufnahmegerät und eine kostenlose Audiosoftware benötigt werden.

So fangen Sie an

  1. Definieren Sie zunächst klar das Ziel, das Sie mit dem Einsatz des Podcastformats verfolgen sowie die konkreten Inhalte und die Dauer Ihrer Podcast-Folge(n). Sollen beispielsweise neue KollegInnen mit Hilfe eines Podcasts eingearbeitet oder ein digitales Produkt einem potentiellen Kunden präsentiert werden?
  2. Wählen Sie das passende Tool aus
    Das wichtigste Equipment ist ein Bildschirm und ein externes Mikrofon zur Aufnahme der Tonspuren. Je nachdem, welche Software Sie verwenden, kann dies schon technisch ausreichen, da die Software wichtige Funktionen wie Tonaufnahmen und Schneiden der Tonspuren beinhaltet.
  3. Erstellen Sie ein Skript
    Falls es eine GesprächspartnerIn gibt, die Sie befragen, bereiten Sie Fragen so vor, dass ein klarer Gesprächsrahmen vorgegeben ist, aber gleichzeitig ausreichend Spielraum für die GesprächspartnerIn und ihre Erfahrungen und (spontanen), oft wertvollen Impulse bleibt. Ihr Skript ist der roten Faden des Podcasts und hilft Ihnen dabei, die Kernbotschaften klar und anschaulich zu präsentieren.
  4. Aufnahme vorbereiten
    Für wen ist der Podcast gedacht? Dient die Aufnahme internen oder externen Zwecken? Halten Sie Ihr Skript bereit und testen Sie das Aufnahmegerät mit KollegInnen in einem Probelauf vor der tatsächlichen Aufnahme. Sollten Sie das Gespräch in einem Ihnen bis dahin unbekannten Raum führen, testen Sie vorab Akustik und Tonqualität. Legen Sie Interviewfragen beziehungsweise die Inhalte, die eingesprochen werden sollen, bereit und prüfen Sie bei einem externen Aufnahmegerät die Akkulaufzeit. Schalten Sie Telefon und mögliche Benachrichtigungstöne wie E-Mail-Programme stumm.
  5. Musik und Sound
    Gerade bei Podcasts kann eine Untermalung mit passenden Klangelementen oder Jingles die Inhaltsvermittlung stark bereichern und den Wiedererkennungswert steigern, sollte es sich um eine Podcastserie handeln. Achten Sie stets auf die geltenden rechtlichen Lizenzbedingungen bei der Verwendung von Musikelementen.
  6. Schneiden und Hochladen
    Wenn Sie mögliche Störgeräusche, “Ähms” oder zu lange Pausen herausgeschnitten haben und mit dem Ergebnis zufrieden sind, laden Sie den Podcast je nachdem, welche Zielgruppe Sie erreichen wollen und zu welchem Zwecke, entweder auf eine öffentliche Podcast-Plattform hoch oder veröffentlichen die Aufnahme intern, etwa über ein bestehendes Intranet. Sofern Sie eine Veröffentlichung zu anderen Zwecken als der ausschließlich internen Verteilung anstreben, planen Sie diesen Schritt gut und mit ausreichend zeitlichem Puffer.

Was sind Webinare?23

Ein Webinar ist ein Online-Seminar, bei dem sich die Teilnehmenden in einem virtuellen anstelle eines physischen Raums treffen. Webinare ermöglichen Interaktion und Dialog zwischen den Vortragenden und den TeilnehmerInnen aus. Der durchschnittliche zeitliche Umfang beträgt meist nicht mehr als 60 Minuten. Aufgezeichnete Webinare nennt man Webcasts.

Einsatzmöglichkeiten

Webinare können vielfältig als einzelne Veranstaltung oder Veranstaltungsreihen, ergänzend oder anstelle von Präsenzveranstaltungen, zur MitarbeiterInnenqualifizierung als auch zur Kundenakquise genutzt werden.

Vorteile

Kurze Lerneinheiten verbessern die Konzentrationsfähigkeit. Auch für die Personalplanung ergeben sich klare Vorteile: Lange Abwesenheitszeiten der teilnehmenden MitarbeiterInnen sowie die mitunter hohen Reisekosten für Seminarteilnahmen entfallen. Flexibel in den Arbeitsalltag integriert, lassen sich Webinare im Gegensatz zu Präsenzterminen schnell und standortunabhängig realisieren – das hält den Planungsvorlauf gering.

Nachteile

Das direkte Feedback der TeilnehmerInnen in Form von bewusster oder auch unbewusster Gestik oder Mimik ist bei einem Webinar nicht möglich. Auch eine Gruppendynamik kann sich nur eingeschränkt entwickeln und ist für die Dozierenden meist schwer einzuschätzen. Für die Vermittlung manueller Kompetenzen oder sehr übungsintensiver Lehr- und Lernformen ist ein Webinar ebenfalls weniger geeignet. Außerdem können technische Schwierigkeiten auftreten, die zu Frustration bei den Teilnehmenden führen können.

Werkzeuge und Beispielanbieter

Falls Sie sich für eine Eigenproduktion von Webinaren interessieren, finden Sie hier eine hilfreiche Übersicht 19 verschiedener Software-Anbieter zur Erstellung von Webinaren. Beispielanbieter sind etwa ClickMeeting, Webinaris, WebinarJam, EasyWebinar oder Edudip.

Aufwand

Die Durchführung eigener Webinare ist mit hohem Aufwand verbunden, weshalb es sich für kleine Unternehmen lohnt, auf bestehende Angebote zurückzugreifen. Sollten Sie eine Eigenproduktion dennoch in Betracht ziehen, hängen Aufwand und Ressourceneinsatz davon ab, in welchem Umfang und für welchen Zweck Sie Webinare produzieren möchten. Planen Sie, das Webinar extern von einem professionellen Studio produzieren zu lassen oder haben Sie ausreichend Expertise und Equipment zur Verfügung, um von der TeilnehmerInnenadministration über Publikums-Live-Abfragen, Chatredaktion und Akquise der Vortragenden bis hin zur Studiotechnik die Produktion selbst durchzuführen? Grundsätzlich unterscheidet sich der Aufwand für die thematische und didaktische Organisation und Durchführung eines gut strukturierten Webinars nicht wesentlich von der einer gelungenen Präsenzveranstaltung.

So fangen Sie an

Falls Sie die Produktion eines eigenen Webinars in Erwägung ziehen, können Ihnen folgende Leitfragen bei der Entscheidung Orientierung bieten:

  1. Welche betriebsspezifischen Themen möchten Sie für welche Zielgruppe und zu welchem Zweck aufgreifen?
  2. Welche Ressourcen stehen Ihnen schon zur Verfügung und welche müssen Sie extern hinzukaufen, um ein ansprechendes Webinar zur produzieren?
  3. Wie ist der Zeitrahmen zur Erstellung des Webinars und besteht ausreichend Vorlaufzeit?
  4. Welches Budget steht maximal für Konzeption, Organisation und Umsetzung des Webinars zur Verfügung?

Was ist Mikrolernen?24

Mit Mikrolernen – oder Microlearning – kann effektive Qualifizierung und Schulungserfolg in knappem Zeitrahmen gelingen. Wissen wird hierbei in mehreren kurzen Lerneinheiten von in der Regel max. 10 Minuten vermittelt – zum Beispiel als Video, Text, Quiz oder Podcast.

Einsatzmöglichkeiten

Mikrolernen ist besonders in Verbindung mit mobilem Lernen sinnvoll, bei dem MitarbeiterInnen orts- und zeitunabhängig am Mobilgerät auf die Inhalte zugreifen können. Auch in Verknüpfung mit traditionellen Schulungen eignet sich Mikrolernen für KMU. Es gibt eine Vielzahl von digitalen Lernformaten kurzer Mikroeinheiten, die als kompakte Lernbausteine digitalen Wissenstransfer ermöglichen:

  • Erklärvideos, die eine Geschichte erzählen und für Aufmerksamkeit sorgen (siehe auch unter Erklärvideos),
  • Infografiken, die Zahlen, Daten und Fakten anschaulich aufbereiten oder Prozesse und Zusammenhänge darlegen,
  • Audio-Podcast-Statements, die Richtungen aufzeigen und das Ziel oder die Relevanz des Themas aus Sicht von ExpertInnen erklären (siehe auch unter Podcasts),
  • Animationsfilme, die komplexe Zusammenhänge erklären,
  • Blogbeiträge im Intranet, die den Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer zwischen den MitarbeiterInnen fördern.

Vorteile

Der Fokus auf wenige, aber relevante Informationen ermöglicht eine gute und schnelle Übersicht. Außerdem erleichtert ein zügiges Abschließen der Einheiten ohne Unterbrechung die Konzentration. Entscheidender Vorteil von Mikrolernen ist die einfache Integration in den Alltag: MitarbeiterInnen müssen nicht für ganze Tage aus ihrer Tätigkeit entbunden werden, sodass Mikrolernen besonders gut an den individuellen Lernrhythmus angepasst werden kann.

Nachteile

Achten Sie darauf, dass die Lerninhalte nicht zu komplex sind. Sie sollten als in sich abgeschlossene Einheiten für die Zielgruppe ohne zusätzliche Hintergrundinformationen verständlich sein. Gerade wenn komplexes Fachwissen vermittelt wird, kann es daher notwendig sein, zusätzliche Informationen zur Verfügung zu stellen, etwa im Austausch mit FachexpertInnen. So können mögliche Nachfragen beantwortet werden.

Umsetzungsbeispiel

Mikro-Lerneinheiten eignen sich bei der Vermittlung konkreter Kompetenzen für die Einrichtung einer Maschine oder zur Erläuterung von Softwareanwendungen sowie neuer Systemfeatures. Beispiele aus der Praxis wie eine Karteikarten-App zur Spracherlernung beim Springer Verlag finden Sie hier.

Aufwand

Der Aufwand hängt ganz davon ab, in welchem Format Sie die Mikro-Lerneinheiten umsetzen wollen – ob zum Beispiel in Gestalt von Erklärvideos oder Podcasts. Sie finden Aufwandseinschätzungen unter den jeweiligen Formaten.

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    Weiterführende Links und Quellenangaben:

    18 Vgl. KOFA Dossier, “Blended Learning: Die gute Mischungs aus E-Learning und Präsenz”, Digital Aus- und Weiterbilden: Digitale Lehr- und Lernmethoden. Online verfügbar unter: https://www.kofa.de/dossiers/digital-aus-und-weiterbilden/digitale-lehr-und-lernmethoden/blended-learning (zuletzt aufgerufen am 9.10.2020).

    19 Vgl. Mittelstand 4.0 Agentur Kommunikation, Erklärvideos: Mittels kurzer Videos komplexe Themen leicht vermitteln (Leitfaden), httc e.V. (Hrsg.) (Darmstadt: 2017), 2. Auflage. Online verfügbar unter: https://www.mittelstand-digital.de/MD/Redaktion/DE/Publikationen/erklaervideos-mittels-kurzer-videos-komplexe-themen-leicht-vermitteln.pdf?__blob=publicationFile&v=3 (zuletzt aufgerufen am 9.10.2020).

    20 Vgl. Mittelstand 4.0 Agentur Kommunikation, Screencasts: Bildschirmaktivitäten aufzeichnen und erklären (Steckbrief), httc e.V. (Hrsg.) (Darmstadt: 2018). Online verfügbar unter: https://kommunikation-mittelstand.digital/content/uploads/2018/01/Steckbrief-Screencasts.pdf (zuletzt aufgerufen am 9.10.2020).

    21 Vgl. KOFA Steckbrief, “(Audio-)Podcasts”. Online verfügbar unter: https://www.kofa.de/fileadmin/Dateiliste/Bilder/Dossiers/Dossier_Digitale_Bildung/Steckbrief_Podcasts.pdf (zuletzt aufgerufen am 9.10.2020).

    22 Vgl. KOFA Steckbrief, “(Audio-)Podcasts”. Online verfügbar unter: https://www.kofa.de/fileadmin/Dateiliste/Bilder/Dossiers/Dossier_Digitale_Bildung/Steckbrief_Podcasts.pdf (zuletzt aufgerufen am 9.10.2020).

    23 Vgl. Mittelstand 4.0 Agentur Kommunikation, Webinare: Von Präsenz zu Online – Weiterbildungen und Schulungen besuchen ohne vor Ort zu sein (Leitfaden), httc e.V. (Hrsg.) (Darmstadt: 2017), 2. Auflage. Online verfügbar unter: https://www.mittelstand-digital.de/MD/Redaktion/DE/Publikationen/ag-kommunikation-webinare.pdf?__blob=publicationFile&v=6 (zuletzt aufgerufen am 9.10.2020).

    24 Vgl. Mittelstand 4.0 Agentur Kommunikation, Microlearning: Kurze Lerneinheiten auf dem Smartphone nutzen (Steckbrief), httc e.V. (Hrsg.) (Darmstadt: 2017). Online verfügbar unter: https://kommunikation-mittelstand.digital/content/uploads/2018/01/Steckbrief-Microlearning.pdf (zuletzt aufgerufen am 9.10.2020).

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