Ziel

Ziel

Evaluieren Sie die Wirksamkeit von Schulungen, um so einen effektiven Transfer des Erlernten in die Praxis sicherzustellen und Erfahrungen für zukünftige Formate nutzbar zu machen.

Klare Lernziele formulieren

Bei digitalen Schulungen gilt es – wie auch bei analogen Formaten – möglichst konkrete und realistische Lernziele für Ihre MitarbeiterInnen zu formulieren:

  1. Was sollten Teilnehmende idealerweise nach der Schulung wissen oder können?
  2. Wie unterscheiden sich Wissensziele je nach Position der MitarbeiterInnen?
  3. Ziele sollten stets SMART (Spezifisch, Messbar, Anspruchsvoll, Realistisch und Terminiert) formuliert werden. Auch können konkrete, verbindliche Anwendungsziele im Laufe oder nach der Schulung vereinbart werden.

Schon in die Schulung können kurze Fachtests und Lernfortschrittskontrollen eingebunden werden. Für die Evaluation besonders wichtig ist jedoch, dass die vermittelten digitalen Fähigkeiten in der Praxis angewendet werden können, da finanzielle Mittel investiert wurden und der Aufwand in einem klaren Mehrwert resultieren sollte, beispielsweise: in einer gesamtbetrieblichen Weiterbildungsstrategie, in der Ausweitung individueller Kompetenzen der Mitarbeitenden sowie in einer größeren Vielfalt der Expertisefelder, die durch die Belegschaft abgedeckt werden kann.

Sicherstellung eines nachhaltigen Praxistransfers

Austausch über Lernfortschritt und Praxistransfer

Führungskräfte sollten mit Ihren MitarbeiterInnen in einem engen Austausch über Lernfortschritt und Praxistransfer stehen, bestenfalls häufiger als nur im Rahmen einer einmaligen, abschließenden Evaluation oder dem jährlichen MitarbeiterInnengespräch. Denkbar ist beispielsweise ein digitales Lerntagebuch zu nutzen, in dem praxisrelevante Erkenntnisse festgehalten werden. Folgende Leitfragen können Vorgesetzte ihren MitarbeiterInnen nach Schulungsende stellen:

  1. Was hat die MitarbeiterIn in der Schulung gelernt?
  2. Wie kann das Gelernte im Arbeitsalltag angewendet werden? Inwiefern gibt es Herausforderungen in der Umsetzung?
  3. Gibt es neue Tätigkeiten oder Bereiche, die die MitarbeiterIn nun ausführen kann?
  4. Wie kann das Team vom Erlernten profitieren? Wie kann das Wissen an das Team weitergegeben werden?
  5. Welche weitere Unterstützung benötigt die MitarbeiterIn im Nachgang der Schulung?

Damit das neu erworbene Wissen der einzelnen Mitarbeitenden möglichst vielen zugutekommt, können Sie Ihren MitarbeiterInnen die Aufgabe übertragen, das Gelernte mit ihrem Team zu teilen, beispielsweise über ein Blog oder ein internes Unternehmenswiki,. Grundsätzlich sollten Prozesse, neue Lösungsansätze oder auch bekannte Schwierigkeiten gut dokumentiert und für die Zukunft nutzbar gemacht werden.

Unternehmenswiki
Unternehmens-
wiki
Learning
Analytics

Was ist ein Unternehmenswiki?30

Interne Unternehmenswikis können als innovative und einfache Werkzeuge für das interne Wissensmanagement genutzt werden. Im Kern sind Wikis eine Sammlung von Dokumenten, die miteinander verlinkt sind und für vorab definierte, freigegebene MitarbeiterInnen- beziehungsweise NutzerInnengruppen jederzeit abrufbar und bearbeitbar sind.

Einsatzmöglichkeiten

Die Sicherung von internem Wissen, eine bessere Vernetzung im Team, die Schaffung von Transparenz und Intensivierung der Zusammenarbeit sind wesentliche Ziele einer Wiki-Einführung. Sie können Wikis als Glossar und Nachschlagewerk nutzen, um Vertretungen oder Einarbeitungen zu erleichtern.

Vorteile

Viele MitarbeiterInnen sind bereits durch den Umgang mit öffentlichen Wikis wie Wikipedia mit der Navigation vertraut. Lerninhalte können in einem Wiki situativ und anwendungsorientiert zur Verfügung gestellt werden. So können Reibungsverluste in der internen Kommunikation reduziert und eine Balance zwischen Offenheit und Diskretion der Kommunikationswege im Arbeitsalltag hergestellt werden. Wikis sind übersichtlich, leicht und intuitiv zu bedienen. Sie erleichtern das Teilen und Suchen von relevanten Informationen, da diese an einem zentralen Ort gesammelt werden. Ein Wiki ist themenübergreifend und vielseitig einsetzbar. Besonders vorteilhaft ist auch, dass sich die Wiki-Beiträge untereinander verlinken lassen.

Nachteile

Nachteilig kann sich fehlende Medienkompetenz der MitarbeiterInnen für die Nutzung eines Unternehmenswikis auswirken. Möglicherweise akzeptieren die MitarbeiterInnen die offene Informationsbereitstellung nicht. Das Überwinden solcher mentaler Hürden kann ein wichtiges Ziel einer Wiki-Einführung sein. Hieran schließen sich auch mögliche Sicherheitsbedenken mit Blick auf den Datenschutz an. Auch die meist ungewohnten Formatierung der Inhalte kann eine Hürde darstellen, wenn MitarbeiterInnen Inhalte selbst pflegen sollen. Die häufig in Wikis verwendete sogenannte Markdown-Sprache ist jedoch auch ohne Vorkenntnisse leicht zu vermitteln.

Werkzeuge und Beispielanbieter

Es gibt sowohl kostenfreie Open-Source-Lösungen als auch kostenpflichtige kommerzielle Angebote. Drei beispielhafte Anbieter sind DokuWiki, SharePoint oder MediaWiki.

Aufwand

Es fallen zunächst Kosten für die Anschaffung einer Wiki-Software ein, sofern Sie sich für ein kostenpflichtiges System entschieden haben. Danach ist eine Schulung der MitarbeiterInnen im Umgang mit dem System notwendig. Der Aufwand für Moderation und Instandhaltung ist vergleichsweise gering, denn die Informationen innerhalb des Wiki können durch alle MitarbeiterInnen bearbeitet und aktualisiert werden.

So fangen Sie an

Diese drei Schritte sind für die Erstellung eines unternehmenseigenen Wikis notwendig:

  1. Auswahl des geeignetes Wikisystems
    Wählen Sie zunächst ein für Ihr Unternehmen geeignetes Wikisystem aus.
  2. Zugangsberechtigungen und Nutzergruppen definieren
    Legen Sie anschließend fest, für welche MitarbeiterInnen welche Informationen von Interesse sind und wer Zugriff erhalten soll. Stellen Sie außerdem ein Redaktionsteam zusammen: Wer ist dafür verantwortlich, die Inhalte zu monitoren?
  3. MitarbeiterInnen zur Nutzung motivieren
    Gewinnen Sie die Akzeptanz Ihres Teams durch ausreichend Hintergrundinformationen zur Nutzung des Wikis und bauen Sie so mögliche Hemmungen ab.

Eine zukunftsweisende Möglichkeit, individuelle Lernerfolge aber auch Lernbarrieren zu identifizieren, sind umfassende Nutzungsreportings und -statistiken, mit Hilfe von sogenannten Learning Analytics.

Was sind Learning Analytics?31

Learning Analytics (LA) ist ein Ansatz aus der Bildungsinformatik, bei dem der Lernprozess durch das Sammeln, Analysieren und Auswerten von maschinell lesbaren Daten über Lernende und Lernkontexte unterstützt wird. Neben der Personalisierung des Lernprozesses verfolgt der LA-Ansatz das Ziel, einfache Prognosen über Effekte und Präferenzen im Lernprozess zu erstellen, Empfehlungen auf Grundlage der erhobenen Daten auszusprechen, Feedback, das in der Lernumgebung gewonnen wurde, einzuholen und mit Hilfe eines Leistungsvergleichs Schwachstellen im Lernumfeld schneller zu identifizieren.

Methoden

Der Zugriff auf die Daten wird möglich, da Lernangebote und -prozesse häufig durch elektronische Informationssysteme unterstützt und hierbei Daten über das Nutzungsverhalten erhoben werden können. Die Nutzungsreports und -statistiken umfassen in der Praxis verschiedene Methoden. Dazu gehören statistische Methoden, um beispielsweise die Nutzungsdauer von Kursen zu untersuchen, aber auch Methoden wie soziale Netzwerkanalysen, Visualisierungen oder Clusterbildungen von Lernenden nach vordefinierten Mustern. Es können auch kognitive Wissensprofile der Mitarbeitenden erstellt werden – zum Beispiel auf Grundlage der jeweiligen individuellen Lernaktivitäten oder -dauer – um Kompetenzerweiterungsprozesse besser verfolgen und abbilden zu können.

Einsatzmöglichkeiten

Der LA-Ansatz stellt dabei nicht die Automatisierung des Lernprozesses in den Fokus, sondern unterstreicht vielmehr die wichtige Rolle der pädagogisch handelnden Person. Durch datengestützte Analysen soll im hochgradig individualisierten Lernprozess zielgenauer auf die individuellen Unterstützungsbedarfe der Lernenden eingegangen werden, um spezifische Hilfestellungen zu vermitteln. Denn im Zuge der Veränderung der Form, Inhalte und Prozesse betrieblichen Lernens (Stichwort “Lebenslanges Lernen”) werden Lerninhalte nicht nur situativer und anwendungsspezifischer, sondern auch adaptiver – das heißt an die persönlichen Kompetenzen und Kenntnisse der Lernenden angepasst. Hierfür ist die Auswertung der Lerndaten ein effektives Tool, um Lerninhalte und -präferenzen individuell an das Qualifikationsniveau Ihrer MitarbeiterInnen anzupassen.

Vorteile

Besonders vielversprechend ist die Möglichkeit der Effizienzsteigerung durch den Einsatz von Learning Analytics. Durch das gezielte, intelligente Erfassen von Lernverhalten, -potenzialen und -defiziten können passgenau Anforderungen und Lernprogramme gestaltet und individuell angepasst werden.

Nachteile

Der Datenschutz hat bei allen LA-Maßnahmen oberste Priorität, denn die Gefahr einer missbräuchlichen Verwendung der sensiblen NutzerInnendaten muss ausgeschlossen werden. Daher sollten die Daten anonymisiert, zusammengefasst und jeweil nur die notwendigsten persönlichen Daten gespeichert werden – natürlich ausschließlich mit der Zustimmung der Lernenden.

Akzeptanz für neue digitale Angebote evaluieren

Stellen Sie sich für die Messung und Auswertung der Akzeptanz neuer digitaler Angebote folgende Fragen:

  1. Wie hoch sind die Anmeldezahlen für neue digitale Angebote?
  2. Wenn diese gering sind, wo könnten mögliche Ursachen liegen?
  3. Sind die Weiterbildungsstunden pro MitarbeiterIn gestiegen?
Schulungszufriedenheit der MitarbeiterInnen messen

Schulungszufriedenheit der MitarbeiterInnen messen

Direkt nach der Schulung sollte auch ein Feedback zur Zufriedenheit der Teilnehmenden erfasst werden. Die Evaluation, insbesondere von externen Online-Anbietern, sollte gut dokumentiert werden, um die Ergebnisse in der Planung weiterer Maßnahmen zu berücksichtigen und so festzustellen, ob der Anbieter sich für eine weitere Zusammenarbeit eignet. Ein übersichtlicher Fragebogen des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA), den Sie als ersten Anhaltspunkt zur Erfolgsmessung und Feedback zu Schulungen nutzen können, finden Sie hier.

Tipp

Tipp

Es bietet sich an, Schulungsnachweise und neu erworbene Kompetenzen zentral im Unternehmen zu erfassen, um einen besseren Überblick über das Wissen im Unternehmen zu behalten.

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    Weiterführende Links und Quellenangaben:

    30 Mittelstand 4.0 Agentur Kommunikation, Wikis in Unternehmen: Plattformen für den Wissenaustausch und die einfache Zusammenarbeit (Leitfaden), httc e.V. (Hrsg.) (Darmstadt: 2016). Online verfügbar unter: https://kommunikation-mittelstand.digital/content/uploads/2017/06/Leitfaden-Wikis-in-Unternehmen.pdf (zuletzt aufgerufen am 9.10.2020).

    31 Vgl. Martin Ebner, Learning Analytics – eine Einführung, Bildung und Beruf. Ausgabe Februar 2019, S. 46-49. Online verfügbar unter: https://www.academia.edu/38432855/Learning_Anaytics_eine_Einf%C3%BChrung?ssrv=c (zuletzt aufgerufen am 9.10.2020); vgl. Thomas Schildhauer, “Was bedeutet Corporate Learning 4.0” (Blog), 15.08.2016. Online verfügbar unter: http://schildhauer.digital/was-bedeutet-corporate-learning-4-0/ (zuletzt aufgerufen am 9.10.2020); vgl. Leibniz-Instituts für Wissensmedien, “Learning Analytics.” Online verfügbar unter: https://www.e-teaching.org/didaktik/qualitaet/learning_analytics (zuletzt aufgerufen am 9.10.2020).

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