Ziel

Ziel

Schaffen Sie eine offene Fehlerkultur im Umgang mit der Qualifikation und Kompetenzentwicklung in Ihrem Unternehmen.

Offene Vertrauens- und Fehlerkultur ausbauen

Das grundlegende Bewusstsein für die Relevanz von kontinuierlicher Weiterbildung und einer lernförderlichen Betriebskultur ist in Ihrem Unternehmen bereits vorhanden. In jedem Fall ist es lohnenswert, die in Ihrem Unternehmen schon existierende Fehlerkultur weiter auszubauen. Das bedeutet, MitarbeiterInnen zu ermöglichen, “Fehler” oder Kompetenzlücken offen und ohne Sorge vor negativen Konsequenzen zu reflektieren und in wertvolle Lektionen verwandeln zu können. Ein Format, das sich hierzu besonders gut eignet, sind sogenannte Retrospektiven.

Retrospektiven

Was sind Retrospektiven?14

Retrospektiven zählen zu den wichtigsten agilen Ansätzen. Vereinfacht gesprochen handelt es sich hierbei um Rückblicke über einen festgelegten Zeitraum. Im Team wird besprochen, was gut läuft und bei welchen Aspekten es noch Potenziale gibt. Sie lassen sich aber auch unkompliziert im Arbeitsalltag anwenden.
Die grundlegende Idee von Retrospektiven ist es, Erkenntnisse aus der Vergangenheit mittels moderierter Reflexionen nach jedem Arbeitszyklus (auch Sprint genannt, mit einer Dauer von etwa einer bis vier Wochen) für die Zukunft nutzbar zu machen. Dadurch soll eine kontinuierliche und nachhaltige Verbesserung der Kommunikation, Arbeitsprozesse und Zusammenarbeit im Team unterstützt und notwendige Veränderungen zeitnah angestoßen werden.

Einsatzmöglichkeiten

Einsatzmöglichkeiten

Damit dieses Format sein volles Potenzial entfalten kann, sollten Sie sicherstellen, dass aus den Inhalten der Retrospektive eine wertvolle Lernerfahrung entstehen kann. Methodisch denkbar sind zum Beispiel TrainerInnen-Inputs (Hilfestellungen von ExpertInnen), Praxis-Erfahrungsberichte (Referenzen und hilfreiche Praxisbeispiele), aber auch Tools wie digitale Whiteboards (beispielsweise Mural, Miro oder Jamboard) zur virtuellen Moderation. Sie können Retrospektiven in verschiedensten Kontexten anwenden – je nachdem, welche Art der Rückschau für Ihre strategische Planung am erfolgversprechendsten scheint.

Vorteile

Vorteile

Der Nutzen von Retrospektiven liegt insbesondere darin, typische, wiederkehrende Probleme zu erkennen und einen effektiven Umgang mit ihnen zu lernen. Zudem ist es ein Werkzeug, das unmittelbar und häufig ohne große Aufwände anwendbar ist. Es werden dabei unklare Verantwortlichkeiten identifiziert und geklärt sowie mögliches Frustrationspotential in den Teams aufgedeckt und rechtzeitig gelöst.

Nachteile

Nachteile

Konkrete Nachteile können entstehen, wenn keine gute Moderation stattfindet, für umzusetzende Maßnahmen keine klaren Verantwortlichkeiten benannt werden oder diese zu global formuliert werden. Zudem bergen zu kurze Zeitfenster die Gefahr verkürzter und damit weniger zielführender Gespräche. Da die Inhalte der Retrospektiven oft Konflikte oder zu lösende Schwierigkeiten betreffen, ist es besonders wichtig, auf einen respektvollen, sachlichen und konstruktiven Gesprächsrahmen zu achten, um die Akzeptanz für das Format und die Offenheit der Teammitglieder nicht zu gefährden.

Aufwand

Aufwand

Grundsätzlich erfordern Retrospektiven einen geringen formalen und technischen Aufwand. Wichtig ist aber eine klare Planung und ausreichend Zeit, um Retrospektiven als Routine in den Arbeitsalltag zu integrieren. Beschäftigen Sie sich deshalb, falls dies eher Neuland in Ihrem Unternehmen sein sollte, mit den Grundlagen agiler Arbeitsmethodiken, um einen reibungslosen Ablauf für Ihre MitarbeiterInnen gewährleisten zu können.

So fangen Sie an

So fangen Sie an15

  1. Erläutern Sie die Zusammenhänge, in denen die Reflexion stattfindet, um die MitarbeiterInnen mitzunehmen und sicherzustellen, dass alle DiskutantInnen auf einer gemeinsamen Gesprächsgrundlage beginnen können.
  2. Schaffen Sie ein sicheres Umfeld, in dem das Team zusammenfinden und sich an die Zusammenarbeit gewöhnen kann. Gesprächsgrundlage ist stets die Annahme, dass jede und jeder ihr Bestes gegeben hat und in jeder Situation ihre gesamten Fähigkeiten zur Verfügung gestellt hat.
  3. Betonen Sie die positiven Aspekte der Zusammenarbeit und identifizieren Sie Verbesserungspotenziale. Hiermit ist ein Kernaspekt jeder Retrospektive beschrieben, wofür ausreichend Zeit in der Organisation dieses Formats eingeplant werden sollte.
  4. Priorisieren Sie innerhalb der Verbesserungspunkte, die für Sie und Ihr Team im Moment wichtigsten Aspekte. Die Kunst besteht darin, den Fokus bewusst zu setzen.
  5. Arbeiten Sie die Retrospektive in einem abschließenden Gespräch auf, verschaffen Sie sich einen Eindruck von den Erfahrungen und Standpunkten Ihres Teams und definieren Sie die nächsten Schritte.
Führungskräfte frühzeitig einbinden

Führungskräfte frühzeitig einbinden

Ein zentraler Hebel für die Schaffung einer offenen Lernkultur sind die Führungskräfte Ihres Unternehmens. In KMU werden diese häufig über den Zeitraum ihrer Betriebszugehörigkeit befördert, sodass Lernphase teils schon länger zurückliegen können. Binden Sie deshalb Führungskräfte frühzeitig mit ein. Versuchen Sie einzuschätzen, wo sie stehen und wie ihre Einstellung zum Thema Weiterbildung ist. Sensibilisieren Sie sie für die Relevanz von digitaler Weiterbildung. Eine effektive Methode, um ein größeres Bewusstsein für die Relevanz von Weiterbildung in Ihrem Unternehmen zu verankern, besteht darin, in den Zielvereinbarungen aller Führungskräfte die Weiterbildung ihrer MitarbeiterInnen festzulegen.

Weiterbildung im Kontext der eigenen Unternehmensidentität erläutern

Bei der Einführung digitaler Weiterbildungsmethoden ist die interne Kommunikation ein zentraler Erfolgsfaktor. So lässt sich die Akzeptanz hierfür durch frühzeitige Informationsveranstaltungen, in denen die Vorteile von digitalen Lernmethoden durch Geschäftsführung und Führungskräfte im Kontext der eigenen Unternehmenskultur erläutert werden, können Sie die Akzeptanz enorm steigern. Kommunizieren Sie, welche kurz-, mittel- und langfristigen Ziele mit den neuen Maßnahmen verfolgt werden und machen Sie deutlich, dass Ihre MitarbeiterInnen als WissensträgerInnen für den Unternehmenserfolg zentral sind.

Folgende Fragen können als Orientierung dienen, um herauszufinden, welchen Stellenwert Weiterbildung bisher für Sie einnimmt:

  1. Inwieweit sind Lern- und Innovationskultur Teil unserer eigenen Unternehmensgeschichte und -identität?
  2. Warum ist insbesondere digitale Weiterbildung in unserem Betrieb ein bedeutendes Thema, dem Zeit eingeräumt werden sollte?
  3. Wie wird das Erreichen unserer spezifischen Unternehmensziele durch eine Strategie der kontinuierlichen Weiterbildung und Leistungsverbesserung unterstützt?
  4. Wie wirken sich neue Weiterbildungsmaßnahmen auf den konkreten Arbeitsalltag der MitarbeiterInnen aus?
Tipp

Tipp

Die offene Fehler- und Lernkultur Ihres Unternehmens können Sie insbesondere dadurch stärken, dass Sie Führungskräfte ermutigen, ihre persönlichen Lernerfahrungen mit dem eigenen Team zu teilen und so als Vorbild zu agieren. Dieser Schritt erfordert jedoch ein hohes Maß an Mut und Vertrauen im Unternehmen.

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    Weiterführende Links und Quellenangaben:

    14 Vgl. Ken Schwaber und Jeff Sutherland, Der Scrum Guide: Der gültige Leitfaden für Scrum: Die Spielregeln, Deutsche Ausgabe, Version 2.0 (2017), S. 14. Online Verfügbar unter: https://www.scrumguides.org/docs/scrumguide/v2017/2017-Scrum-Guide-German.pdf (zuletzt verfügbar unter: 9.10.2020).

    15 Vgl. Sebastiaan Kooijman, “Zehn Retrospektive Formen mit Beispielen und Ideen”, Agile Scrum Group. Online verfügbar unter: https://agilescrumgroup.de/retrospektive-formen-mit-beispielen-und-ideen/ (zuletzt aufgerufen am 9.10.2020).

    16 Vgl. Florian Dörries, Merlin A. Müller, Henning Schöpper, Wolfgang Kersten,“Wie bereite ich Führungskräfte auf die digitale Transformation vor?”, in: Arbeiten in der digital vernetzten Welt – Mittelstand-Digital Magazin, Begleitforschung Mittelstand Digital (Hrsg.) (Bad Honnef: 2019), Ausgabe 11, S. 15.

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