Steve Jobs konnte Partys nicht allzuviel abgewinnen. Was ihn am meisten störte war, dass im Silicon Valley immer nur die gleiche Art Leute zu einem einizigen Gesprächsthema  zusammenkamen: Computer- und Software-Experten, die davon erzählten, was die von ihnen derzeit entwickelten Produkte so alles können. Als der Apple-Mitgründer in einer frühen Phase seiner Karriere mal wieder auf so einer Party erscheinen musste, ließ er die Erwachsenen links liegen und unterhielt sich lieber mit dem halbwüchsigen Sohn des Gastgebers. Thema des Gesprächs: „Wenn du einen Computer hättest, der das und das und das kann, was würdest du damit machen?“

Technologie ist reiner Selbstzweck, solange sie nicht sinnvoll (und einfach!) eingesetzt werden kann. Nicht was die Technik kann, ist wichtig, sondern was sie mir nutzt. Mit der Künstlichen Intelligenz ist es nicht viel anders. Die Vision ist vielversprechend. Es ist schon jetzt abzusehen, dass diese Technologie die ganze Industrie radikal umkrempeln wird.

Die Kinderkrankheiten der KI

Aber wenn wir absolut ehrlich sein wollen, kann KI  noch nicht so wahnsinnig viel – zumindest im Verhältnis zu ihrem Potenzial. Viele wissen heute noch ebenso wenig über die großen Chancen und aktuellen Hindernisse. Dies jedoch ist entscheidend für die richtige Anwendung und effektive Nutzung von KI.

KI-Know-how in mittelständischen Unternehmen

Ein Überblick zum Wissensstand zu Künstliche Intelligenz in KMU

Quelle: „Künstliche Intelligenz im Europäischen Mittelstand„, Universität des Saarlandes, 2019

Aktuell ist Künstliche Intelligenz eine noch sehr junge Technologie, die während ihrer ersten Gehversuche auf den Märkten mit bestimmten Kinderkrankheiten zu kämpfen hat. Zum Beispiel ist sie noch nicht frei von Vorurteilen. Die neueste Schlagzeile aus den USA: Der Kreditrahmen, den Apple-Partner Goldman Sachs für die Apple-Kreditkarte automatisch setzt, ist für Frauen niedriger als für Männer. Algorithmen sind eben immer nur so gut wie die Teams, die sie programmiert haben. Und diese Teams bestehen wiederum aus Menschen mit bestimmten Haltungen, Einstellungen und Vorurteilen, die sich oft ungefiltert in den Ergebnissen der Algorithmen wiederfinden. Das fällt mitunter auf die Nutzerinnen und Nutzer zurück.

Ein weiteres großes Thema ist die sogenannte Algorithmenethik. Wie weit darf Künstliche Intelligenz gehen, wenn man sie alleine laufen lässt, und wer trägt die Haftung für etwaige Schäden? Die Bundesregierung hat eigens hierfür eine Datenethikkommission gegründet und ihr erster Bericht lässt erahnen, wie komplex das Thema ist. Facebook finanziert gleich ein ganzes Institut an der Technischen Universität München, das sich ausschließlich dieser Thematik widmet.

Neue Chancen für den Mittelstand

Wenn Sie nun als Mittelständler das Thema erstmal ad acta legen wollen bis alle Hindernisse überwunden sind, dann war das genau die falsche Entscheidung. Die Probleme, die eine noch junge Technologie haben mag, sagen noch nichts aus über die Möglichkeiten, die sie heute schon bieten kann, wenn sie abseits ihrer Problemfelder genutzt wird.

Relevanteste KI-Anwendungen im Mittelstand

Anwendungen von Künstliche Intelligenz in mittelständischen Betrieben

Quelle: „Künstliche Intelligenz im Mittelstand„, Begleitforschung Mittelstand-Digital WIK GmbH, 2019

Anwendungsgebiete, in denen KI eine sehr produktive Rolle spielen kann, gibt es reichlich, und schon die erste Generation von KI-Produkten kann einen echten Mehrwert bringen. Im Personalwesen treffen KI-Algorithmen eine Vorauswahl der geeigneten Kandidaten; in der Radiologie identifizieren sie Geschwüre, die ein Arzt kaum wahrnehmen würde; bei Versicherungen bearbeiten sie einfache Schadensfälle; und für Anwälte kämmen sie Verträge durch und identifizieren Lücken und Widersprüche – besser als die Anwälte selbst. Auch für die produzierende mittelständische Industrie kann Künstliche Intelligenz heute schon eine Menge tun, wie Studien belegen.

Worauf es heute vor allem ankommt, ist, dem Thema KI die Priorität einzuräumen, die ihm gebührt. Man sollte sich damit beschäftigen, auch wenn diese Beschäftigung erstmal nur theoretischer Natur ist. Zweck der Übung ist, ein Gefühl für diese Technologie zu bekommen, um – rechtzeitig – einschätzen zu können, was sie für das eigene Unternehmen tun kann. Die Zeit der Digitalisierung ist eine Zeit der radikalen Beschleunigung. Je eher das Potenzial einer neuen Technologie genutzt wird, desto größer die Vorteile gegenüber dem Wettbewerb.

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Über den Autor:

Jannis Moutafis Profilbild

Jannis Moutafis ist Herausgeber von Business User. Das Online-Magazin berichtet über alle Facetten der Digitalisierung der Arbeit, von neuen Tools und Plattformen über agile Arbeitsmethoden bis hin zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen.

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