Die Sozialen Medien zur Akquise von Nachwuchskräften

Alle Plätze waren belegt, als der Geschäftsführer Andreas Neyen die interessierten Gäste in den Räumlichkeiten von ST Gebäudetechnik in Potsdam begrüßte. _Gemeinsam digital  hatte zu dem Thema „Neues Marketing für neue Kunden“ eingeladen, wozu der Geschäftsführer eigene gute Beispiele zur Hand hatte: „ Wir nutzen die Sozialen Medien aktiv – nicht für unsere Kunden, sondern um potentielle Nachwuchskräfte auf uns aufmerksam zu machen – die Jugendlichen!“ Viele Schüler wüssten gar nicht, was für Ausbildungsmöglichkeiten es auf dem Markt gäbe. Über Plattformen wie Facebook trete er deshalb aktiv in Kommunikation, um auf sich aufmerksam zu machen. „Das funktioniert gut!“

Digitales Marketing
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Ein konkretes Digitalisierungsziel und Experten, die die ersten Schritte begleiten

Alexandra Horn, Leiterin des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Berlin, zeigte auf, dass Unternehmen nicht nur in Veranstaltungen und Workshops des Kompetenzzentrums wichtige Anregungen und praktisches Wissen mitnehmen können. Habe ein kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) konkrete Zielsetzungen und Vorhaben im Bereich Digitalisierung, so könne es das Kompetenzzentrum kontaktieren und bei der konkreten Umsetzung unterstützt werden.

Sowohl die Referenten als auch Branchenexperten unter den Gästen empfohlen externe Unterstützung für den Anfang eines Digitalisierungsvorhabens.

Gefragt hatte Unternehmerin Beate Hoffmann, die exemplarisch ihre junge Unternehmung Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten vorstellte und die aktuellen Herausforderungen der Digitalisierung skizzierte. Schon jetzt zeige das Engagement in Bezug auf die Webseite große Effekte: „Wenn wir hohe Zugriffsraten auf unsere Seite haben, haben wir danach auch viele Besucher in unserer Anlage.“

Digitales Marketing – selbst machen oder aus der Hand geben?

Damit das so bleibe, müssten  weitere monetäre und zeitliche Ressourcen angegangen werden, weshalb die Unternehmerin fragte: „Sollte ich das Marketing outsourcen, einen Mitarbeiter einstellen oder das selbst machen?“

Eine Kombination aus den drei Varianten könnte die Lösung für Kundenbindung sein. Berater, Agenturen und Freelancer können für den Anfang vieler Aktivitäten helfen den richtigenWeg zu finden. Außerdem können sie Insiderwissen und einen professionellen Rahmen liefern. Trotzdem: gerade über die inhaltliche Ausgestaltung sowie  ad-hoc Aktivitäten in den sozialen Medien sollte das Unternehmen die Kontrolle behalten. Eine Möglichkeit wäre, digital affine Mitarbeiter einzubinden.

Die Webseite ist die digitale Heimat

Auch um solche und andere Mitarbeiter zu finden, kann gutes digitales Marketing dienen, legte Pia Sue Helferich in ihrer Präsentation dar. Vor jeder Aktivität im Bereich digitales Marketing sollten deshalb immer die Fragen stehen: Was möchte ich erreichen und was braucht mein Kunde? Im Idealfall wird dann aus einem Besucher ein Kontakt und ein Kunde – wie erreiche ich das?

„Die Webseite ist die digitale Heimat eines Unternehmens. Bevor ich z.B. die sozialen Medien bespiele, sollte ich die Webseite pflegen.“ Auch das Wissen darüber, wo das Unternehmen gelistet ist, sei wichtig. So werde der Eintrag in die Gelben Seiten oft auch bei Google Maps übernommen, was viele Unternehmen gar nicht bemerkten. Die weiteren nützlichen Tipps zur Webseiten-Optimierung und entsprechenden Tools, die Frau Helferich gab, können in ihrer Präsentation eingesehen werden.

Wofür kann ich digitales Marketing nutzen?

Oliver Hickfang, BVMW-Mitarbeiter im Bereich Marketing, überraschte in seinem Beitrag mit einem erstaunlichen Zitat: „Das neue Medium ist höchst gefährlich. Es schwächt das Gedächtnis  und erlaubt Unbefugten den Zugang zu weitreichenden Informationen. Es verführt dazu, Realität und ihr mediales Abbild zu verwechseln.“ Dieses Zitat von Platon von 370 v. Chr. verdeutlicht den jahrhundertealten Vorbehalt gegenüber neuen Medien – in diesem Fall gegenüber der Schrift. Das Verharren im alten sei eine Reaktion auf Angst. Diese Angst abzulegen und genau zu überlegen, wo digitales Marketing dem eigenen Geschäft nutzen könnte, sei wichtig. Für wichtige Kundenkontakte, so bestätigte auch Hickfang, sei die moderne, gepflegte Webseite am wichtigsten. Facebook könne vor allem dafür genutzt werden, Loyalität und Kundenbindung herzustellen – hier seinen Emotionen ausschlaggebend. Videos könnten für mehr Authentizität auch ruhig einmal mit dem Smartphone gedreht werden.

Die Präsentationen beider Referenten und weitere Materialien finden Sie hier.

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Fotos: briti bay